DIN 86292-2014 Schiffe und Meerestechnik – Abwasserbehandlungsanlagen – Verfahren zur Beprobung.
Vorbereitung der Beprobung
Erstellung des Probenahmeprogramms mit Festlegung
der erforderlichen Qualifikation des Probenehmers,
der zu ermittelnden Parameter,
ob an Bord oder im Labor an Land analysiert wird (z. B. Transport, Konservierung, Lagerung),
der Vorgehensweise bei der Beprobung,
der erforderlichen Proben (z. B. Anzahl, Volumina),
der benötigten Ausrüstung (z. B Probenahmebehälter),
der Dokumentationsform (z. B. Formblatt).
Zur Planung von Probenahmeprogrammen sollte DIN EN ISO 5667-1 beachtet werden.
5 Probenahmeausstattung
5.1 Probenahmestelle
Grundsätzlich sind Probenahmestellen so zu gestalten, dass ein sicherer Zugang, ausreichend Verkehrsfläche und ausreichend Bewegungsraum für die probennehmenden Personen (Auslegung für 95 Perzentil Mann entsprechend DIN EN ISO 7250-1 gewährleistet sind.
Entsorgungsmöglichkeiten für Abwasser aus Reinigungs- und Spülvorgängen sind vorzuhalten.
Neben manueller Probenahme ist die automatisierte Probenahme bei der Auslegung zu berücksichtigen.
5.1.1 Anordnung von Probenahmestellen
Die Probenahmestellen sind so zu installieren, dass sie für den zu prüfenden Abwasserstrom repräsentative Proben ermöglichen, z.B. muss ein Überdruck vorhanden sein.
Die Positionen der Probenahmestellen sind im Prozessschema festzulegen und an der Anlage zu kennzeichnen.
Mindestens sind die Probenahmestellen Ci und Ce entsprechend Bild 1 nach Dokument MEPC.227(64):2012 anzuordnen.
Abweichend von der Anordnung nach MEPC sollten die Probenahmestellen im Zulauf (3) und Ablauf (6) jeweils hinter den Durchflussmesseinrichtungen (2) bzw. (5) angeordnet werden. Dies erleichtert eine repräsentative Probenahme.
5.1.2 Bauliche Ausführung
Die Probenahmestelle kann als Zwischenflanschadapter oder besser mittels angeschweißtem Gewindenippel ausgeführt werden. Die Materialverträglichkeit mit der Schiffsinstallation ist zu beachten, ggf. muss galvanisch isoliert werden. Die Probenahmestelle ist auf jeden Fall in 1.4571 auszuführen und idealerweise vertikal von unten nach oben zu durchströmen.
Unter den Probenahmehähnen ist ausreichend freier Raum für Probenahmegefäße vorzusehen.
Zur Ausgestaltung der Probenahmestellen siehe Anhang B. Darüber hinaus sollen zur sachund fachgerechten Durchführung von wiederkehrenden Probenahmen die folgenden Einrichtungen vorhanden sein:
waagerechte Stell- und Arbeitsfläche zum Aufbau von Probenahmegeräten;
ausreichende Beleuchtung und Stromanschluss;
Wasseranschluss zum Reinigen der Geräte nach der Probenahme;
ausreichende Sicherheitsvorkehrungen, z. B. persönliche Schutzausrüstung
Einrichtung zur Steuerung eines Probenahmegeräts, falls eine durchflussabhängige Probenahme durchzuführen ist.
5.1.2.1 Probenahmehähne für Abwasser und Belebtschlamm Vorzugsweise sind metallene Kugelhähne ab 3 / 4 ” oder DN 20 mit vollem Durchgang und möglichst kleinen Toträumen zu installieren.
5.1.2.2 Probenahmehähne für behandeltes Abwasser Vorzugsweise sind metallene Kugelhähne ab ¼“ oder DN 10 mit vollem Durchgang und möglichst kleinen Toträumen zu installieren. Leitungen und Armaturen müssen ausreichend hitzebeständig ausgeführt sein, um das Abflammen für Probennahmen zur mikrobiologischen Untersuchung zu ermöglichen.
5.1.2.3 Probenahmestellen für Schwimmstoffe Zur Betriebsüberwachung kann eine geeignete Probenahmestelle durch den Hersteller vorgesehen werden.
5.2 Probenahmegeräte Vor der Probenahme sollte die Ausrüstung mit Detergentien und Wasser, oder nach den Angaben des Geräteherstellers, gereinigt und abschließend mit Wasser gespült werden, so dass Detergentienreste ausgeschlossen werden können. Die Probenahmeeinrichtung kann vor Gebrauch in dem Abwasserstrom, aus dem die Probe entnommen wird, ausgespült werden, um das Risiko einer Kontamination zu minimieren. Die Probenahmegeräte dürfen nicht in dem Abwasserstrom ausgespült werden, wenn dies die spätere Analyse beeinflusst (z. B. bei hohen Feststoffanteilen, Bestimmung von Ölen und Fetten oder mikrobiologischen Analysen).DIN 86292 pdf download.